AMIGA-Magazin · Tips & Tricks

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Löschen geht nicht · CD-ROM-Wechsel erkennen · Bildflimmern beim Amiga 1200 · Besser Packen mit LhA · IDE statt SCSI geht · Shell-Eingabe abfragen · Geschickte Links · StormC verbessert · Selbst nachschauen

Löschen geht nicht

Die Workbench mosert »Objekt ist löschgeschützt« und weigert sich, eine Datei, auf deren Icon man geklickt hat, zu löschen. Nun gut, denkt man sich: <Amiga i> gedrückt, um im Info-Fenster das Löschen wieder anzuschalten; das wird es schon beheben. Aber dann kommt die Überraschung: Die Datei ist gar nicht löschgeschützt, sie müßte sich also löschen lassen.

Wenn Sie das erleben, dann ist nur das Icon der Datei löschgeschützt, die Datei selbst nicht. In dem Fall bleibt einem nichts anderes übrig, als eine Shell zu öffnen und die Dateien per »Delete Force« von der Platte zu entfernen.

dg

CD-ROM-Wechsel erkennen

Die meisten alten Hostadapter wie der A2091 vertragen sich zwar mit CD-ROM-Laufwerken, erkennen aber keineswegs automatisch den Wechsel einer CD. CD-ROM-Dateisysteme können daher auf Wunsch periodisch (meist alle drei Sekunden) testen, ob die CD gewechselt wurde. Dabei erfolgen im Laufe eines Jahres aber nicht nur Millionen unnötiger Zugriffe, auch das ständige Blinken der Laufwerks-LED nervt auf Dauer.

Da nach Abschalten der ständigen Kontrollen eine manuelle Mitteilung an das Amiga-OS per »diskchange CD0:« aus Bequemlichkeit ausscheidet, sollte man den Wechsel mit dem mitgelieferten Commodity »FKey« vereinfachen. Dieses kann Tasten mit nahezu beliebigen Aktionen verbinden. Nach Start des Programms definiert man als erstes links einen Hotkey (auf »Taste dazu« klicken und eintragen), etwa »F10« oder »Alt F10«. Dann blättert man unter »Befehl« solange, bis »Programm starten« erscheint und trägt im Textfeld darunter die Zeile

C:DiskChange CD0:

ein. Falls Ihr CD-ROM-Laufwerk unter einem anderen Namen angesprochen wird, ersetzen Sie CD0: bitte entsprechend. Anschließend muß man nur noch den Menüpunkt »Belegung speichern« auswählen und das Programm ins Verzeichnis »Sys:WBStartup« ziehen, damit es beim Hochfahren automatisch gestartet wird. Die Tastenkombination funktioniert auch dann, wenn man sich nicht auf der Workbench, sondern in einem anderen Programm aufhält.

Stefan Tiemann/dg

Bildflimmern beim Amiga 1200

Bei manchem Amiga 1200 fällt beim Zugriff auf die Festplatte oder das Diskettenlaufwerk und besonders bei Einsatz einer Turbokarte ein unangenehmes Bildflimmern auf. Wie ich in Erfahrung bringen konnte, liegt dies daran, daß bei Rechnern der ersten Baureihe die Leiterbahn von der Stromversorgung zum Videochip auch die Turbokarte mitversorgt. Bei Zugriffen auf die Turbokarte ergeben sich dann Spannungsschwankungen, die sich als Bildschirmflimmern auswirken.

Das Problem läßt sich einfach lösen. Man lötet zur Pufferung der Stromversorgung einen Elko mit der Kapazität 4,7 µF an der Lötstelle D215A ein. Der Pluspol des Elkos wird an den rechten Lötpunkt gelötet, der Minuspol an den linken. Der obere Lötpunkt bleibt frei (siehe Schaltung).

Andreas Zwirlein/dg

Besser Packen mit LhA

Manchmal passiert es, daß nach dem Entpacken eines LhA-Archivs wieder einige LhA-Archive zum Vorschein kommen. Was auf den ersten Blick unsinnig und unpraktisch wirkt, kann durchaus sinnvoll sein. Mit dieser Technik kann man - wenn man ein paar Punkte beachtet - zum Teil noch wesentlich kleinere Archive erzeugen.

Das Stichwort dazu heißt »File-Merging«: Damit ist das Zusammenfassen ähnlicher Dateien und anschließende Komprimierung gemeint (statt jede Datei einzeln zu komprimieren). Diese Technik verhilft vor allem LZX zu deutlich kleineren Archiven, als LhA es normalerweise schafft. Dieses File-Merging kann auch mit LhA emuliert werden, indem kleine Dateien mit einem »Archiv im Archiv« zuerst zu einer großen Datei zusammengefaßt werden.

Dabei sind jedoch zwei Punkte zu beachten:

1. Die Archive im Archiv, die nur dem Zusammenfassen von Dateien dienen, müssen unkomprimiert sein. Nur so kann die Komprimierung des äußeren Archivs voll zur Geltung kommen. Bei einem Archiv im Archiv ist daher noch zusätzlich die Option »-z« anzugeben.

2. Da LhA Dateien mit der Endung ».lha« normalerweise nicht weiter komprimiert (da sie dann meist schon komprimierte Daten enthalten), muß man das Programm mit der Option »-Z« (großes Z!) anweisen, es dennoch zu tun.

Jan Hendrik Schulz/dg

IDE statt SCSI geht

Dank des meist niedrigeren Preises von IDE-CD-ROM-Laufwerken gegenüber SCSI-Drives, sind die IDE-Vertreter weit verbreitet. Man könnte jedoch glauben, daß dies PD-Programmierer noch nicht bemerkt haben. Denn im Aminet (bzw. den Sets) liest man in den Readme-Dateien häufig, daß für die Benutzung dieses oder jenes Programms ein SCSI-CD-ROM notwendig sei. Oft stimmt das aber nicht. Wenn man bei den Einstellungen statt »scsi.device« einfach »atapi.device« (bei IDEFix und CacheCDFS) angibt, laufen doch mehr Programme, als man vorher angenommen hat.

Kai Gülzau/dg

Shell-Eingabe abfragen

Für Benutzereingaben in Shell-Skripts gibt es lediglich den Befehl »Ask«, der eine simple Wahl zwischen zwei Möglichkeiten zuläßt. Oft benötigt man aber andere Eingaben, wie z.B. Zielpfade. Um diese vom Benutzer entgegenzunehmen, ohne auf ein spezielles Utilitiy zurückzugreifen, reichen diese beiden Zeilen:

Echo "Eingabe: " NOLINE
Set >NIL: Variable ?

In der Variable befindet sich anschließend die Benutzereingabe. Man kann das Ergebnis natürlich auch in einer globalen Variable ablegen, wenn man statt »Set« den Befehl »SetEnv« verwendet.

Marco Wilka/dg

Geschickte Links

Beim Stöbern auf PD-Disketten kommt es häufiger vor, daß nach einem Doppelklick auf ein Projekt-Icon nach einiger Zeit nur ein Hinweis erscheint, der darauf aufmerksam macht, daß das Default-Tool nicht zu finden war. Mit dem Shell-Befehl »Makelink« lassen sich die Zugriffe einfach und speichersparend auf vorhandene Programme umleiten:

Makelink C:Less Sys:Utilities/more

Diese Zeile führt dazu, daß Zugriffe auf »C:Less« automatisch zum Start von »Sys:Utilities/more« führen. Damit lassen sich auch Zugriffe auf »AmigaGuide« ab Amiga-OS 3.0 auf Multiview umbiegen. Da ein Link auf einer normalen FFS-Partition nur 512 Byte beansprucht, ist diese Methode recht ökonomisch.

Marco Wilka/dg

Selbst nachschauen

Wer viel mit PD-Programmen hantiert und dabei nicht immer die vollständigen Programm-Pakete auf der Festplatte deponieren möchte, kommt wenig später oft in die Situation, daß man nicht mehr weiß, wie ein ARexx-Befehl lautet oder welche Tooltypes ein Programm versteht.

Statt nun nach der Dokumentation zu suchen (und sie dann doch nicht zu finden), kommt man mit einem Trick meist recht schnell zum Ziel: Man schaue ins Programm. Dazu gibt es Datei-Monitore oder -Editoren wie »Zap« und »FileX«, die meist ein zweigeteiltes Fenster öffnen: Links die einzelnen Bytes in sedezimaler Notation, rechts als Buchstaben. Mit einer Funktion »Suchen« oder durch Blättern findet man meist schnell die Stellen, an denen Texte stehen. Wem die genannten Programm fehlen, kann auch das Datatype binarydt_39.11.lha aus dem Aminet bemühen. Dann kann auch Multiview als Binärbetrachter dienen.

dg

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Zuletzt aktualisiert von Webmaster Amiga am 17. Mai 1996